Rekonstruktion einer römischen Kline

Manche Stücke waren nicht größer als ein Fingernagel und fast vollständig verbrannt. Am Ende fand jedes noch so kleine, 2000 Jahre alte Fragment seinen Platz an der römischen Kline. Auf 6 m2 Arbeitsfläche hat sich innerhalb von knapp sechs Jahren aus einem riesigen Puzzle von rund 2.500 Bruchstücken ein Kunstwerk aus Beinschnitzereien wieder zusammengefügt. Was einst auf einem Scheiterhaufen im Gräberfeld des ehemaligen römischen Hauptlagers in Haltern am See zusammen mit einem Verstorbenen verbrannte, bildet jetzt einen Höhepunkt der Archäologischen Landesausstellung NRW – als Rekonstruktion eines kompletten Totenbetts.

Als einmaliges Projekt der LWL-Archäologie für Westfalen und der Klassischen Archäologie der Universität Trier, das mit menschlichen Händen, scharfen Augen, mit Zeichenstiften, in digitalisierten Rekonstruktionen, als 3-D-Druck in Kunststoff und schließlich am Nachbau des Bettgestells sucht die Kline weltweit ihre Entsprechung. Zwar gibt es einige wenige vollständige Rekonstruktionen römischer Klinen. Keine hat es jedoch mit der Herausforderung aufgenommen, die größtenteils bei der Bestattung verbrannten Knochenverzierungen und die Anordnung im Gesamtgefüge der Kline zur rekonstruieren.

Film zur Kline