Geschichte der LWL-Archäologie

Am Anfang war...

...ein spektakulärer Fund in Corvey

Begonnen hat alles 1507/08 mit einem spektakulären Fund: In der Bibliothek des Klosters Corvey tauchen die Annalen des Tacitus und mit ihr die Erwähnung der Varusschlacht auf. Ein nachhaltiges Interesse an den Spuren der Vergangenheit setzt ein.

Als Folge der teils abenteuerlichen Suche nach dem Ort der Varusschlacht gibt die Lippische Landesregierung 1820 eine Verordnung heraus, die Bodendenkmäler unter staatlichen Schutz stellt - sie gilt als Beginn der amtlichen Bodendenkmalpflege in der Region.

1822 wird die Gründung eines westfälischen Museums sowie eines historischen Vereins in Münster beschlossen. In der Folge gründet sich der "Verein für Geschichte und Alterthumskunde Westfalens" in Paderborn und Münster - die Keimzelle für die archäologische Arbeit in Westfalen. Daraus entsteht 1897 die Altertumskommission für Westfalen.

1899 beginnen in Haltern erste Ausgrabungen in einem römischen Militärlager in Westfalen. 1907 wird hier das Römermuseum eröffnet, während 1908 in Münster das Landesmuseum für die Provinz Westfalen seine Tore öffnet.

1914 tritt das Preußische Ausgrabungsrecht in Kraft, das 1920 durch Ausführungsbestimmungen konkretisiert wird.

1934 wird die archäologische Abteilung des Provinzialmuseums in Münster ein eigenständiges "Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte", das 1939 zwei Außenstellen in Bielefeld und Arnsberg etabliert.


Spektakulär: Die Entdeckung des Römerlagers in Olfen sorgte für Presserummel.

Andere Zeiten

Auf dem Weg in die archäologische Moderne

1963 erfolgt der Neubau als "Westfälisches Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte" an der Rothenburg.

In Paderborn entdecken Archäologen 1964 eine Sensation: Die Grundmauern der Pfalz Karls des Großen und dessen Nachfolgebau. 1978 wird das Museum als Nachbau der Kaiserpfalz eröffnet.

Das Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte wird 1980 umbenannt in "Westfälisches Museum für Archäologie / Amt für Bodendenkmalpflege". Im gleichen Jahr tritt das Denkmalschutzgesetz des Landes NRW in Kraft.

Das Römermuseum in Haltern erfindet sich neu und eröffnet 1993 auf dem Gelände des ehemaligen römischen Hauptlagers einen spektakulären Neubau. In Herne beginnt 1999 der Neubau des Westfälischen Museums für Archäologie, der 2003 eröffnet wird. 2007 wird das gleichnamige Amt umbenannt in "LWL-Archäologie für Westfalen", das neue Museum in Herne heißt fortan "LWL-Museum für Archäologie".

2008 wird umgezogen: Die neue Heimat der LWL-Archäologie für Westfalen ist in der Speicherstadt in Münster.

 


  • 1820

    Der vermutete Ort der Varusschlacht auf einer Karte von Wilhelm Tappe von 1820

  • 1907

    In Haltern wird das Römermuseum eröffnet. Es zeigt die Funde der Ausgrabungen in Haltern. Im Zweiten Weltkrieg wird das Museum vollständig zerstört.

  • 1934

    Dr. August Stieren wird der erste Direktor des Landesmuseums für Vor- und Frühgeschichte.

  • 1964

    Unmittelbar nördlich des Paderborner Domes werden die Grundmauern der Kaiserpfalz von Karl dem Großen aus dem späten 8. Jahrhundert und deren Nachfolgebauten entdeckt.

  • 1978

    Eröffnung des Museums in der Kaiserpfalz in Paderborn.

  • 1993

    In Haltern eröffnet auf dem Gelände des ehemaligen römischen Hauptlagers das LWL-Römermuseum Haltern.

  • 2003

    Das LWL-Museum für Archäologie eröffnet an seinem neuen Standort am Europaplatz in Herne.