Die LWL-Archäologie für Westfalen in der Speicherstadt

Die Zentrale der LWL-Archäologie für Westfalen bezog zwischen 2003 und 2009 sukzessive zwei Gebäude auf dem denkmalgeschützten Gelände der sogenannten Speicherstadt in Münster-Coerde.

Die Geschichte der denkmalgeschützten Speicherstadt ist relativ jung. Sie ist ein anschauliches Zeugnis für die Kriegsvorbereitung der Wehrmacht. Die Heeresstandortverwaltung suchte ein geeignetes Gelände für den Bau eines Heeresverpflegungsamtes und fand es in Münster-Coerde. In unmittelbarer Nähe zum Bahnnetz begannen 1936 die über drei Jahre dauernden Bauarbeiten. Das Ergebnis war eine fast intakte Militärstadt, deren Hauptaufgabe in der Verpflegungsproduktion und logistischen Planung für die in Norddeutschland stationierten Garnisonen war.

Zentrale Elemente waren zwei Silospeicher, mehrere Bodenspeicher und eine Großbäckerei, die für die tägliche Produktion von 70.000 Broten zuständig war. Auch an Lagerhallen für das Brot und an den Transport war gedacht.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges nutzten die Briten die Speicherstadt bis 1994 als Versorgungs- und Militärpolizeistützpunkt.

Erst Jahre später einigte man sich auf eine zivile Nutzung als Büro- und Kommunikationszentrum. Verantwortlich für Planung, Umgestaltung und Vermaktung ist die WLV, die Westfälisch-Lippische Vermögensverwaltungsgesellschaft.

Unter den Mietern der Speicherstadt findet sich auch die LWL-Archäologie für Westfalen, die zunächst 2003 den Bodenspeicher „An den Speichern 12“ für einen Teil der Zentralen Dienste, das Zentrale Fundarchiv, die Restaurierungswerkstatt und der Bereich Fotografie, bezogen hat. 2008 und 2009 zogen dann die Direktion der LWL-Archäolgie für Westfalen, die Verwaltung, die wissenschaftliche Redaktion, die wissenschaftliche Bibliothek, die Außenstelle Münster, die Mittelalter- und Neuzeitarchäologie und die Provinzialrömische Archäologie in das Gebäude „An den Speichern 7“, einen ehemaligen Silospeicher.