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... auf dem Blog der LWL-Archäologie für Westfalen. Mit unseren Beiträgen informieren wir über unsere Arbeit, über die aktuellsten Ausgrabungen und neuesten Erkenntnisse aus allen Regionen Westfalens und allen Fachgebieten.
 
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und freuen uns auf viele Besucher sowie angeregte Diskussionen!

Nach 7000 Jahren ans Licht der Öffentlichkeit

Ein Steingerät kommt selten allein!

Aktuelle Ergebnisse aus unserer 4. Grabungskampagne auf dem neolithischen Gräberfeld bei Warburg Hohenwepel.

Anfang Oktober wurde die vierte Grabungskampagne auf dem neolithischen Gräberfeld aus der Zeit der Linienbandkeramik bei Warburg-Hohenwepel beendet. Eine Gruppe von acht Studenten untersuchte  sieben Wochen lang eine Fläche von 800 qm.

Bei jeder Witterung unermüdlich im Einsatz: die Studenten auf der Grabungsfläche

Unter der 30-40 cm starken Humusschicht zeigten sich im anstehenden Lehm 29 Gräber, 5 Pfostengruben sowie ein Baumwurf, 2 Gruben und eine zugeschwemmte Senke. Da der Lößboden Kalk auflöst, waren von den Toten neben wenigen Knochensplittern nur der Zahnschmelz – die härteste Substanz des menschlichen Körpers – in einigen Gräbern erhalten.

Öffentliche Führung am 09. September 2016

Maria Hahne und Hans-Otto Pollmann im Gespräch mit den interessierten Besuchern der Führung

In den Befundfüllungen befanden sich neben Einschlüssen von Holzkohle, Knochen, Rötel und Keramik auch ganze Gefäße und Steingeräte.  In Grab 102 fanden sich ein Beil und 8 Flintstückchen, in Grab 108 drei Gefäße, in Grab 136 ein Beil und zwei Gefäße, in Grab 121 eine Pfeilspitze und in Grab 115 ein Gefäß. Die übrigen drei Beile, ein Hämatit, ein Mahlstein und mehrere Beil- und Mahlsteinbruchstücke  kamen als Lesefunde beim Baggern zum Vorschein.

Im Durchschnitt waren die Gräber 0,70 m breit und 1,40 m lang. Das tiefste Grab war 0,77 m tief. Die Menschen wurden in der damaligen Zeit auf der Seite liegend, in gehockter Stellung begraben. Durch die Geländebeschaffenheit erodierte der Boden im Bereich des Gräberfeldes bis zu 1,00 m in die Senke des nächsten Bachlaufes. Die Toten wurden somit bis zu 2.00 m tief begraben.

Aktuelles Luftbild zum Stand der Grabung 2016

Im nächsten Jahr wird die Untersuchung der spannenden Geschichte des jungsteinzeitlichen Gräberfeldes in der Warburger Börde fortgesetzt.

Text: Maria Hahne

Publikationsdatum: 03.11.2016

Themen: Außenstelle Bielefeld, Aktuelle Grabungen