Die Bergleute - Reiche und Arme
Die Bergbauwüstung Altenberg war keine Siedlung verarmter Bergleute. Vielmehr erbringen die jüngeren Forschungen, dass hier sogar viele begüterte Menschen lebten, die sich teilweise große steinerne Häuser leisteten, in deren Kellern sie Silbererz lagerten. Dabei lebten und arbeiteten Arm und Reich nebeneinander: Repräsentative Steinwerke fanden sich benachbart zu kleinen Werkstätten oder Bergbaueinrichtungen.
Teilweise hatten sich zum Grabungszeitpunkt der 1970er und 1980er Jahre sehr viele organische Materialien erhalten. Daher ist der Altenberg bei Müsen heute einer der textilreichsten Fundorte Westfalens, dessen Textilien erst kürzlich in den Zentralen Diensten der LWL-Archäologie für Westfalen von Susanne Bretzel neu aufgearbeitet wurden und derzeit analysiert werden. Textilien liefern häufig einen individuellen Zugang zu den mittelalterlichen Bewohnern, wie zum Beispiel ein lederner Kinderschuh.
Ein hölzernes Kegelspiel, dass ursprünglich wie Boule gespielt wurde, fand sich in einem verfüllten Schacht. Spiele wurden im Mittelalter seitens der Kirche oft abgelehnt, scheinen aber trotzdem sich großer Beliebtheit erfreut zu haben. Das Kegelspiel vom Altenberg lässt hierbei erkennen, dass sich mittelalterliche Spiele meist nicht bis heute erhielten und daher im alltäglichen Sachgut, dass archäologische Ausgrabungen erbringen, unterrepräsentiert ist.
Auf dem Altenberg wurde eine große Zahl runder Steinscheiben gefunden. Ihre Funktion ist nicht eindeutig, wahrscheinlich wurden sie auch bei Spielen eingesetzt, deren Spielweise heute unbekannt ist.
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