Almerich - Sagenhaft
Orange: Vermutete Gebäudegrundrisse; Schwarz: Ausgegrabene Grundrisse; Blau: Wassergraben (Grafik: LWL/M. Zeiler).
Es sicherte vermutlich einen der Gebäudekeller, wo Silbererz gelagert wurde (Foto: LWL/H. Menne).
Sagenhaft
Möglichweise bereits im 11. Jahrhundert entstand mit der Siedlung ‚Abraham‘ im südlichen Arbeitsgebiet die erste Niederlassung von Bergleuten direkt benachbart zu den Bergbauarealen. Die Bergleute legten in dem steilen Hangbereich künstliche Terrassen (Podien) an. Darauf befanden sich wahrscheinlich teilweise Gebäude, aber auch Werkstätten, wie Schmiedeschlackenfunde rekonstruieren lassen.
Spätestens im 12. Jahrhundert wurde nördlich benachbart die Siedlung ‚Sonnenberg‘ begründet, die in ihrer Struktur – Podien benachbart zum Bergbau – der Siedlung ‚Abraham‘ gleicht. Auch in den Arealen ‚Victoria/Heinrichssegen‘ sind mittelalterliche Podien belegt, deren Zahl aber deutlich kleiner wie am ‚Abraham‘ oder am ‚Sonnenberg‘ ist. Hier ist zu klären, ob es sich nicht ausschließlich um kleine Werkstätten ohne Wohnfunktion handelt und wie sie genau datieren.
Einige Jahre nach 1200 wurde die Kuppe des Altenbergs gerodet und dort erste Schächte angelegt und Häuser errichtet.
Es sind mindestens zwei Siedlungsphasen rekonstruierbar, die eine Konsolidierung des Almerich bzw. eine strukturelle Ausdifferenzierung der Montanregion diskutieren lassen. Denn ungefähr kurz vor der Mitte des 13. Jahrhunderts wurden auf dem Altenberg einige Schächte aufgegeben und nur noch wenige weiter betrieben. Die passnahe Kuppe wurde planiert. Über einen nun verfüllten Schacht wurde hier eine Turmburg mit umgebendem Wassergraben errichtet. In die gleiche Phase datieren Gebäude mit großen steinernen Kellern, eine Bäckerei sowie wahrscheinlich auch eine Kaue – ein kleines Gebäude mit Kachelofen zum Aufwärmen der Bergleute und zum Trockenen ihrer Kleidung. Ein eisernes Dosenschloss lässt erkennen, dass Hab und Gut wertvoll genug war, um verschlossen zu werden.
Ende des 13. Jahrhunderts bot die Siedlung auf dem Altenberg einen imposanten Anblick und war sicherlich regional bedeutend. Es ist zu vermuten, dass diese Siedlung zentralörtliche Funktionen in der Montanregion Almerich erfüllte oder sogar, dass die umgebenden Bergbausiedlungen aufgelöst wurden und ihre Bewohner auf den Altenberg zogen.
Die Anlage der Turmburg markiert den Besitzanspruch der Territorialgewalt, eventuell des Kölner Erzbischofs, dessen Münzprägungen sich in Münzschätzen auf dem Altenberg fanden.
Diese Münzschätze zeigen zusammen mit einem Brandhorizont das katastrophale Ende des Altenbergs auf, der nach 1280, vermutlich infolge kriegerischer Wirren, verbrannte. Die Horte konnten nicht mehr geborgen werden, weswegen ihre Besitzer entweder starben oder nicht mehr zurückdurften. Damit erlosch die Montanregion und wurde für hunderte Jahre aufgegeben.
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Orange: Vermutete Gebäudegrundrisse; Schwarz: Ausgegrabene Grundrisse; Blau: Wassergraben (Grafik: LWL/M. Zeiler).
Es sicherte vermutlich einen der Gebäudekeller, wo Silbererz gelagert wurde (Foto: LWL/H. Menne).
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