Das Hüttenwesen - Eisen, Blei, Kupfer und Silber
Die Forschungskooperation knüpft an Untersuchungen zum Hüttenwesen von Gerd Weisgerber an, der im Areal ‚Wildewiese‘, südlich vom Altenberg, eine umfangreiche mittelalterliche Bleiverhüttung entdeckte. Darüber hinaus waren am Ostfuß des Altenberges 1959 beim Ausheben einer Baugrube Schlacken sowohl der Eisenzeit als auch des Mittelalters gefunden worden.
2015 bis 2016 untersuchte die Forschungskooperation im benachbarten Tal des Baches ‚Zitzenbach‘ mehrere Schlackenhalden der Buntmetallerzverhüttung. Den Ausgrabungen gingen Prospektionen sowie geophysikalische Prospektionen voraus, wodurch die Haldenkörper gut abgrenzbar waren. Im mittleren Zitzenbachtal wurde eine Halde vollständig ausgegraben, das Haldenmaterial komplett geborgen, gewaschen und bestimmt – noch nie wurde eine Buntmetallurgiewerkstatt in Nordrhein-Westfalen so intensiv analysiert. In Kombination mit den archäometallurgischen Analysen Bastian Asmus‘ konnte hier eine Verhüttungsfundstelle des 13. Jahrhunderts nachgewiesen werden, die vor allem Kupfer aus Fahlerzen gewann.
Am Oberlauf des gleichen Gewässers befindet sich eine erheblich größere Schlackenhalde der Buntmetallgewinnung, wo ein Wasserrad Maschinen antrieb. Auch diese Anlage datiert in das 13. Jahrhundert und sie lässt einen technologischen Entwicklungssprung von Klein- zu Großanlagen fassen.
Eine weitere archäologische Ausgrabung fand im Areal ‚Alte Allee‘ am Südfuß des Altenberges statt. Auch hier konnte wieder eine wasserradangetriebene Werkstatt des 13. Jahrhunderts nachgewiesen werden. Das Wasserrad trieb wohl einen Blasebalg für den Verhüttungsofen an. Die Schlacken der benachbarten Halde lassen nach den Analysen Bastian Asmus‘ sowohl die Gewinnung von Kupfer als auch das Abscheiden von Silber erkennen.
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