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Restaurierung

Archäologische Funde kommen aus der Erde, die den Artefakten im Laufe von Jahrtausenden, Jahrhunderten oder Jahrzehnten Schäden zufügen kann. Die Objekte sind deshalb häufig fragil, ihre ursprüngliche Form und Funktion ist oft nicht mehr zu erkennen. Restaurator:innen bewahren nicht nur die Zeugnisse unserer Vergangenheit durch Methoden der Festigung und durch Zusammenfügen vor dem Verfall. Sie sind auch als Spurenleser:innen und Detektiv:innen auf der Suche nach Informationen: Sie lesen die Funde.

Zwei Restauratorinnen arbeiten an Textilresten (Foto: LWL/A. Kaiser).

Geheimnisse lüften...

Wenn Fragmente zusammengefügt, mit chemischen Mitteln gefestigt und erhalten werden, machen unsere Restaurator:innen viele Funde überhaupt erst wieder „lesbar“. Sie können Spuren von Werkzeugen oder des Gebrauchs aufspüren und mit Materialanalysen herausfinden, aus welchen Stoffen die Objekte hergestellt wurden, wie sie ursprünglich aussahen, welche Herstellungstechniken angewendet wurden, wie alt sie sind und wie sie benutzt wurden. Das ist sogar bei kleinen Bruchstücken möglich.

Kontakt

Ein Restaurator führt eine chemische Analyse durch (Foto: LWL/S. Brentführer).

Ausstellungsaufbau

Um archäologische Funde richtig aufbewahren und ausstellen zu können, spielen gewisse Faktoren wie Klimatisierung, geeignetes Verpackungsmaterial, Transport, Vitrinenbau sowie die Ausstattung der Ausstellungs- und Depoträume eine große Rolle.

Unsere Restaurator:innen beurteilen die Leihfähigkeit, erstellen Zustandsprotokolle von gewünschten Funden und beraten Interessierte bei Neu- und Umbauten der Ausstellungsarchitektur sowie den passenden Vitrinen.

Regelmäßig sind die Restaurator:innen in unseren und externen Museen unterwegs, um den Aufbau von Sonderausstellungen zu begleiten.

Restaurator beim Aufbau einer Ausstellung (Foto: LWL/C. Streuber).

3D-Scan

Die 3D-Dokumentation bietet die Möglichkeit empfindliche archäologische Funde berührungs- und zerstörungsfrei im dreidimensionalen Raum zu erfassen und zu dokumentieren.

Hierfür kommen zwei optische Verfahren zum Einsatz, die dazu beitragen Aufgaben der Restaurierung wie Bewahren, Erhalten und Vermitteln zu komplettieren und im digitalen Raum zu vertreten.

Zum einen wird ein Streifenlichtscanner eingesetzt, der ausschließlich die Geometrie eines Objekts ausgibt. Mit dieser Methode können Funde schnell erfasst werden, um beispielsweise objektspezifische Verpackungen oder Repliken anzufertigen.

Zum anderen kann mittels Photogrammetrie, bei der sehr viele Bilder aneinandergereiht aufgenommen werden, ein dreidimensionales Objekt entstehen. Insbesondere durch das Verrechnen mehrerer Bilder mit unterschiedlicher Schärfentiefe (Focus-Stacking) wird ein hochauflösendes Modell mit Fototextur erzielt. Dieses kann für die Vermittlung oder für einen wissenschaftlichen Austausch genutzt werden.

Restaurator beim 3D-Scan (Foto: LWL/N. Wolpert).