Die Außenstelle Münster lud am 27. August zu einem Workshop zur Archäobotanik ein. Mitarbeitende der LWL-Archäologie und Grabungsfirmen im Münsterland sollten eine Einführung in das korrekte Schlämmen von Bodenproben bekommen. Dazu gab es Besuch aus dem Rheinland: Dr. Tanja Zerl, Archäobotanikerin und Expertin für Samen und Früchte. Sie schrieb ihre Doktorarbeit zu archäobotanischen Untersuchungen zur Landwirtschaft und Ernährung während der Bronze- und Eisenzeit.
Sie führte die ca. 25 Teilnehmenden durch den von ihr geplanten Theorie- und Praxisteil des Workshops.
Zunächst gab es eine Einführung in die Geschichte und die Bedeutung von Archäobotanik und Pflanzen für den Menschen. Folgend wurde darauf eingegangen, in welcher Form Pflanzenreste auf archäologischen Grabungen vorkommen können:
Erhalten haben sich meist Reste mit einer widerstandsfähigen Außenhülle. Darunter zählen Früchte, Samen und Pollen. Oosporen erhalten sich durch eine Art Kalkskelett. Auch durch anthropogene Selektion können bessere Erhaltungsbedingungen entstehen, so also als Holzkohle und Phytoliten.
Reste können sich entweder subfossil oder fossil erhalten haben, sprich partiell oder durch Ersetzen durch eine andere Materie (wie z. B. Kohlenstoff bei Holzkohle). Es gibt also die verschiedensten Milieus, in denen Pflanzenreste erhalten bleiben können. So also in wassergesättigtem Milieu, unter Luftabschluss oder durch Mikroorganismen, wie der Kontakt zu anderen Materialien aus Salz oder Metall. Auch Permafrost sorgt für eine gute Erhaltung.