Denkmalschützer im Diskurs – Interkommunaler Austausch der Denkmalbehörden im Kreis Recklinghausen und des LWL im LWL-Römermuseum in Haltern am See

24.03.2026 Sandra Michalski

Nachmittags führte Museumsleiter Dr. Josef Mühlenbrock die Tagungsteilnehmer durch die Dauerausstellung des LWL-Römermuseums. (Foto: LWL/S. Peternek)

Am 4. Februar 2026 trafen sich – mittlerweile zum 13. Mal – die Unteren Denkmalbehörden und die Obere Denkmalbehörde des Kreises Recklinghausen mit Vertretern der LWL-Archäologie für Westfalen und der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen zum interkommunalen Austausch, um über aktuelle Themen des Denkmalschutzes zu diskutieren.

Das diesjährige Treffen fand im LWL-Römermuseum in Haltern am See statt, sodass die LWL-Archäologie neben dem Kreis Recklinghausen als eigentlichem Gastgeber dieses Mal Co-Host des Austausches war.

Im Vormittagsprogramm diskutierten die Teilnehmer unter der Moderation von Christiane Henkelmann von der Oberen Denkmalbehörde des Kreises Recklinghausen aktuelle denkmalrechtliche Fragen, wie z. B. die Förderrichtlinien Denkmalschutz und Denkmalpflege in Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2026, die anstehenden Entwürfe für Änderungen im Denkmalschutzgesetz und im Telekommunikationsgesetz, die teilweise gravierende Auswirkungen auf den Denkmalschutz bzw. die Arbeitsweise der Denkmalbehörden und Fachämter erwarten lassen, oder den Sachstand zu Denkmälern in Geoinformationssystemen. Ein lebhafter Austausch ergab aufgrund der aktuellen geopolitischen Situation sich vor allem zum Tagesordnungspunkt „Kulturgut im Sinne der Zivilen Alarmplanung“.

Nach einer Kaffeepause lag der zweite Schwerpunkt des Treffens auf den aktuellen Entwicklungen in der Bodendenkmalpflege. Ulrich Lehmann referierte zu den Themen „Sondengehen und Magnetangeln“ und stellte den geplanten Funde-Blog der LWL-Archäologie vor. Kai Niederhöfer berichtete über den Sachstand zur digitalen Denkmalliste und klärte über die Vorgehensweise bei offenen Eintragungsverfahren in die Denkmalliste auf, die noch aus der der Zeit vor der Novelle des Denkmalschutzgesetzes im Jahr 2022 als konstitutive Verfahren von der aktuellen nachrichtlichen Eintragungspraxis abweichen.

Den Abschluss bildete ein Vortrag von Ingo Pfeffer und Bettina Tremmel zu den aktuellen Planungen im Bereich der frühmittelalterlichen Siedlungsspuren „Auf der Lings“ und zu den Römerlagern in Haltern.

Eine der vielen Möglichkeiten mit der Ausstellung zu interagieren und immer wieder interessant: Wie schwer ist das Marschgepäck eines römischen Legionärs? (Foto: LWL/S. Peternek)

Nach einer gemeinsamen Mittagspause nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, die Dauerausstellung des LWL-Römermuseums unter der fachkundigen Leitung des Museumsleiters Josef Mühlenbrock zu erkunden. Besonders der neu in die Ausstellung gekommene, im Jahr 2019 gefundene römische Prunkdolch mitsamt zugehörigem Gürtel, der nun vollständig konserviert und restauriert ist, faszinierte die Denkmalpfleger. Zum Abschluss des Treffens ging es dann noch nach draußen, wo aktuellen Ausgrabungen am Römermuseum und der Nachbau des Westtors des römischen Hauptlagers besucht wurden.

Der nächste Interkommunale Austausch im Kreis Recklinghausen soll bereits zum Jahresende, dann in Gladbeck stattfinden. Bis dahin werden sicher reichlich neue Themen vorhanden sein, über die diskutiert werden kann und muss. Das regelmäßig stattfindende Treffen ist ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit der Kommunen, des Kreises Recklinghausen und der Fachabteilungen des LWL für den Denkmalschutz und die Denkmalpflege in Westfalen-Lippe.

Autor: LWL-Archäologie/Kai Niederhöfer

Kategorie: Hinter den Kulissen