Diesen Monat widmen wir uns abgesehen von unseren regelmäßigen Einblicken in unseren Arbeitsalltag besonders spannenden Ausgrabungen und Funden aus dem westfälischen Mittelalter. Heute: Der mittelalterliche Bergbau Ratzenscheid bei Wilnsdorf, Kr. Siegen-Wittgenstein. Hier befindet sich der älteste urkundlich erwähnte Bergbau des Siegerlandes, der endlich 2025 nach vielen Jahren mühevoller Suche wiederentdeckt wurde und nun archäologisch dokumentiert wird.
Der deutsche König Adolf von Nassau hatte 1298 Geldprobleme. Kurz vor der Schlacht von Göllheim, die Adolf nicht überleben sollte, ernannte er einige Gefolgsleute zu „des reiches vasallen“. Adolf stattete sie mit einem Manngeld zu 1000 Pfennigen aus – die Adolf aber nicht besaß. Daher verlieh der König an die Vasallen Rechte an Bergwerken, in denen auch das Münzmetall Silber gewonnen wurde. Ein Bergwerk wird in der Urkunde genannt, der „Ratzenscheid“.
Der Ratzenscheid ist eine Anhöhe bei Wilnsdorf-Wilden, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder mit Bergwerken ausgebeutet wurde. Die jüngste Betriebsphase war diejenige der Grube Landeskrone, in der die älteste Dampfmaschine untertage betrieben wurde.