Eine archäologische Baubegleitung an der Burgruine Wetter konnte nun den Nachweis erbringen, dass die nördliche Burghofmauer samt einer bis dato rätselhaften, vermauerten Türöffnung nicht mittelalterlichen Ursprungs ist, sondern aus den Zeiten der mechanischen Werkstätten von Friedrich Harkort stammt.
Die ehemalige märkische Landesburg Wetter thront eindrucksvoll auf einem Felssporn 40 Meter hoch über der Ruhr bzw. über dem ab 1931 aufgestauten Harkortsee (Abb. 1). In der schriftlichen Überlieferung begegnet sie erstmals 1274. Graf Everhard II. (1278 – 1308) veranlasste ihren Ausbau, der auch die zwischenzeitlich entstandene Burgmannen- und Handwerkersiedlung in die Befestigung mit einbezog. Während des 14. und 15. Jahrhunderts hielten sich die Grafen von der Mark oft hier auf, denn die Burg Wetter fungierte als Verwaltungssitz des gleichnamigen Amtes. Ihre militärische Stärke bewies die im Norden und Osten durch steil abfallende Felskanten, im Süden und Westen durch Graben und Mauer gesicherte Anlage bei einer erfolglosen Belagerung durch kölnische und böhmische Truppen im Zusammenhang mit der Soester Fehde (1444 – 1449). Als 1609 die märkische Dynastie ausstarb und ihre Grafschaft letztlich an Brandenburg fiel, war Wetter längst bedeutungslos geworden. Zwar brachte die Verlegung des Märkischen Bergamtes 1780 nach Wetter und dessen Hochstufung zum Westfälischen Oberbergamt 1792 unter Direktor Freiherr vom Stein einen zeitweisen Aufschwung, der jedoch infolge der Verlegung des Bergamtes nach Bochum im Jahre 1815 wieder endete.