Die LWL-Archäologie für Westfalen ist immer wieder mit Altbergbaustrukturen befasst, die vor allem im südwestfälischen Mittelgebirgsraum bedeutendes kulturelles Erbe sind.
Die Archäologinnen und Archäologen dokumentieren dabei auch untertägige Strukturen, nehmen Ausgrabungen vor und bergen Funde – sehr häufig in Kooperation mit ehrenamtlichen Akteuren wie Bergbau- oder Höhlenvereine. Selbst bei der detailliertesten Dokumentation bleibt dabei aber immer ein Wehmutstropfen zurück: Es gelingt immer nur eingeschränkt der breiten Öffentlichkeit die Welt untertage zu vermitteln. Denn das kulturelle Erbe unter unseren Füßen ist meist schwer zugänglich, es drohen Steinschlag oder aber es muss vor zu vielen Besuchern geschützt werden, damit es langfristig erhalten bleibt.
Im Felsenmeer bei Hemer ist das nun anders: In einem bundesweit einmaligen Projekt gelang es der Kooperation aus Speläogruppe Sauerland e.V., Stadt Hemer und LWL-Archäologie für Westfalen die Welt untertage virtuell übertage zu präsentieren.
Aufgrund seiner großen Dimensionen und der hervorragenden Erhaltung ist das Felsenmeer bei Hemer eine der bedeutendsten mittelalterlichen Bergbaustrukturen Nordrhein-Westfalens und bundesweit einmalig: Es handelt sich um Kalkstein, der über Jahrmillionen ausgespült wurde und in den vor ca. 30 Millionen Jahren Lehm und Eisenerz eingespült wurde. Dieses gruben mittelalterliche Bergleute auf und schufen so ausgedehnte Abbaukammern, Verbindungsstrecken und Schächte.
Die Speläogruppe Sauerland e.V. erkannte diese Strukturen als Altbergbau in den 1980er Jahren und führte über viele Jahre Vermessungen durch. Zusammen mit der LWL-Archäologie für Westfalen wurden Teilareale dokumentiert und datiert. Der Bergbau fand hier im 12. und 13. Jahrhundert statt.