02.02.2018

Schon wieder Blei, aber …

Bleibarren, Gürtelhaken und Gussfragment aus Lennestadt-Elspe (LWL-AfW Olpe/H. Menne)

Kaiserzeitliche Bleiverarbeitung auch im südlichen Sauerland?

Das nördliche Sauerland mit seinen reichen Erzvorkommen wurde insbesondere im Raum Brilon, Hochsauerlandkreis, während der älteren Römischen Kaiserzeit von Hüttenleuten aufgesucht, um dort Blei für das römische Absatzgebiet zu gewinnen. Ausmaß und Struktur sowie Entwicklung dieser frühen Montanlandschaft liegen trotz zahlreicher Lesefunde jedoch noch im Dunkeln.

Der lizensierte Sondengänger Björn Greene entdeckte nun auf Äckern bei Lennestadt-Elspe, Kr. Olpe, ein bemerkenswertes Fundensemble. 

Es besteht aus einem durchlochten, 569 g schweren Kleinbarren mit eingeritzter Kreuzsignatur auf der Unterseite, einem Ringgürtelhaken aus Buntmetall (Bronze?) und einem Bleigussfragment. Während der Kleinbarren mit seiner flachen Trapezform und einem Gewicht von umgerechnet 1 ¾ römischen Pfund klar in die ältere Römische Kaiserzeit gestellt werden kann, datiert der Gürtelhaken eher späteisenzeitlich.

Der "germanischer" Bleibarren; Höhe: 8,4 cm (LWL-AfW Olpe/H. Menne)

Das Bleigussfragment mit einem Gewicht von 35 g, was 1,3 römischen Unzen entspricht, lässt noch die ehemals runde Form des eingeschmolzenen Objektes erkennen und an ein römisches zylindrisches Bleigewicht denken. Während diese Annahme spekulativ bleibt, ist der Fund in anderer Hinsicht bemerkenswert: Es ist der bisher südlichste Nachweis von Bleiverarbeitung im Sauerland.


Manuel Zeiler
 

Letzter Blog-Beitrag zu einem Bleibarren aus dem Sauerland

Kategorien: Außenstelle Olpe · Neufunde

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