15.10.2015

Ein Bronzebeil im Acker bei Unna

Schöner Erstfund eines neuen Metallsondengängers

Nur selten trifft man als Metallsondengänger gleich ins Schwarze: Achim Schäfer aus Unna besass erst seit Kurzem eine Suchgenehmigung des Kreises Unna, die nach dem Denkmalschutzgesetz NRW im Benehmen mit der LWL-Archäologie erteilt wurde. Er ist also ein offizieller, lizensierter Sondengänger, der aus historischem Forschungsinteresse mit den Archäologen des LWL in der Außenstelle Olpe zusammenarbeitet.

Bei seiner Suche auf einem Feld bei Unna "piepte" es verdächtig und die Nachsuche förderte eine 8,5 cm lange Bronzebeilklinge (sog. parallelseitig geschweifte Randleistenbeilklinge) zu Tage. Ein Volltreffer, den er sogleich nach Olpe meldete.

Dr. Manuel Zeiler, Referent für die Vorrömischen Metallzeiten in der Außenstelle und auch zuständig für die Metallsondengänger, fand heraus, dass es sich um einen frühbronzezeitlichen Fund (ca. 1800 v. Chr.) handelt, genauer um die sog. "Form Gross-Gerau, Kibbert Variante B"; der Neufund zählt zu den kleinsten dieser Form.

Zudem ist dies die erste Beilklinge seiner Art in Südwestfalen - und damit ein schönes Beispiel dafür, wie der Einsatz eines lizensierten Sondengehers unsere Kenntnis der ältesten Landesgeschichte zu erweitern vermag. Herzlichen Dank dafür!

Michael Baales

Randleistenbeilklinge der Form Gross-Gerau, Kibbert Var. B (Foto: H. Menne/LWL Olpe)
Umzeichnung des Randleistenbeils (A. Müller/LWL Olpe)

Kategorien: Außenstelle Olpe · Neufunde

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