Neue Stellen für die Denkmalliste

22.12.2023 Sandra Peternek

Die Datenbank der LWL-Archäologie ist eine große Hilfe beim Befüllen der Denkmalliste NRW (Foto: LWL-AfW/F. Faasen).

Die Arbeitsgrundlage für die Bodendenkmalpflege innerhalb der LWL-Archäologie für Westfalen ist das nordrhein-westfälische Denkmalschutzgesetz. Ursprünglich im Jahr 1980 als Nachfolger des Preußischen Ausgrabungsgesetzes von 1914 erlassen, hat es im Laufe der Zeit mehrfache, teils umfangreiche Novellierungen, wie z. B. die Einführung des Schatzregals im Jahr 2013 erfahren. Durch die im vergangenen Jahr verabschiedete, vorerst jüngste Fassung bekommen die Gebietsreferate der LWL-Archäologie eine zusätzliche Aufgabe: In § 23 ist geregelt, dass die Denkmalliste für die Bodendenkmäler in Zukunft nicht mehr durch die jeweilige Untere Denkmalbehörde dezentral bei den Städten und Gemeinden geführt wird, sondern durch die LWL-Archäologie als für ganz Westfalen-Lippe zuständiges Denkmalfachamt.

Manch einer mag bei der Denkmalliste das Bild dicker Aktenordner, eines großen Stapels Endlospapiers oder gar einer Urkundenrolle vor Augen haben. Das ist allerdings eine überholte Vorstellung, denn Denkmallistenführung ist heute eine digitale Angelegenheit. Das Land Nordrhein-Westfalen hat dafür bereits eigens ein Tool entwickelt, das gerade in der Testphase ist.

Um für diese neue Aufgabe gewappnet zu sein, sind frühzeitig je drei wissenschaftliche und drei Verwaltungsstellen neu geschaffen worden. Anders als im Rheinland, wo eine zentralisierte Denkmallistenführung in Bonn stattfinden wird, hat in Westfalen-Lippe jede Außenstelle der LWL-Archäologie eigenes Personal, das die Denkmalliste im jeweiligen Regierungsbezirk führen soll und damit immer „nah am Geschehen“ sein kann. Die Aufgaben sind vielfältig: Im Vorfeld werden die eigenen Aktenbestände und Datenbanken durchforstet: Wo laufen noch Unterschutzstellungsverfahren? Wie ist der aktuelle Verfahrensstand und was ist noch nötig, um diese Verfahren abzuschließen? Sind alle erforderlichen Daten für die Denkmalliste vorhanden und sind sie bereits digitalisiert? Diese Vorarbeiten laufen mittlerweile auf vollen Touren, um frühzeitig Probleme und Unstimmigkeiten zu klären. Darüber hinaus müssen Bodendenkmäler vor Ort im Rahmen der Denkmalwerterkundung begutachtet, die zugehörigen Denkmalwertgutachten und Begründungen für die Eintragungstexte erstellt werden und nicht zuletzt unheimlich viel Abstimmungsarbeit mit dem Unteren Denkmalbehörden geleistet werden, damit der Übergang in der Denkmallistenführung reibungslos funktionieren kann.

Zeit ist noch bis zum 31. Dezember 2024. Nach diesem Stichtag – also mit Beginn des Jahres 2025 – muss per Gesetz die Übernahme der Listenführung vollzogen sein. Wir sind gespannt, wo wir in einem Jahr stehen, wenn der Termin unmittelbar vor der Tür steht …

Screenshot aus dem öffentlichen Teil der Denkmalliste NRW (LWL-AfW/ K. Niederhöfer).

Text: Dr. Kai Niederhöfer