02.02.2018

So langsam werden sie auch immer mehr …

Der stolze Finder: Marvin Cruse präsentiert seinen bedeutsamen Neufund (LWL-AfW Olpe/M. Zeiler)

Bedeutender Fund in einer bedeutenden Fundregion

Das Gebiet des Kreises Soest ist durch seine fruchtbaren Böden sowie außergewöhnlich günstigen klimatischen Bedingungen eine der heute noch landwirtschaftlich attraktivsten Regionen Deutschlands. Daher verwundert nicht, dass die Region Altsiedelgebiet und folglich reich an archäologischen Fundplätzen ist, doch sind manche Epochen nur spärlich belegt. Dies gilt besonders für die Bronzezeit; vor allem die frühe Bronzezeit ist mit nur wenigen Funden belegt.

Daher beglückwünscht – und dankt ganz herzlich – die Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie für Westfalen den lizensierten Sondengänger Marvin Cruse, der kürzlich ein schönes älterbronzezeitliches Randleistenbeil von einem Acker bei Bad Sassendorf, Kr. Soest, barg und uns vorlegte.

Randleistenbeil aus Bad Sassendorf, Länge 11,5 cm (LWL-AfW Olpe/T. Poggel)

Es handelt sich bei dem Neufund um ein parallelseitig-geschweiftes Randleistenbeil, wahrscheinlich der Form Nienborg, denn es weist einen Quersteg ungefähr in der Beilmitte, bis zur Schneide durchgehende Randleisten sowie einen nach außen gerundeten Nacken auf. Das Stück ist 11,5 cm lang und wiegt 170 g. Die Patina ist stellenweise stark beschädigt und zeigt deutliche Riefen auf, die vermutlich auf die Bodenbearbeitungsgeräte der Landwirtschaft zurück gehen. Eine Materialanalyse zur Zusammensetzung der Buntmetallegierung steht noch aus.

Umzeichnung des Randleistenbeils (LWL-AfW Olpe (A. Müller)

Derlei Beilklingen aus Bronze sind aus Gräbern oder als Oberflächenfunde aus dem westlichen Münsterland, dem Westerwald, der Wetterau oder dem Hunsrück bekannt, finden sich aber auch noch in Porta Westfalica. Sie datieren nach den Untersuchungen von Klaus Kibbert grob in die späte Früh- bis in die entwickelte Hügelgräberbronzezeit (ca. 1600 v. Chr.).

Wahrscheinlich war das schöne Stück Bestandteil einer Grabausstattung unter einem Grabhügel, der durch die landwirtschaftliche Nutzung überprägt wurde und heute verschwunden ist.

Manuel Zeiler
 

Kategorien: Außenstelle Olpe · Neufunde

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