22.07.2021

Was lange währt, steht endlich gut...

Inhaltliche Umstellung der Bibliothek der LWL-Archäologie für Westfalen abgeschlossen

Los geht die Reise...

Endlich ist es geschafft! Nach insgesamt 3 Jahren haben ca. 50.000 Medien einen neuen Standort in den Regalen der Bibliothek erhalten.

In den vergangenen Jahren wurden etliche Vorbereitungen getroffen, um das gesamte Projekt Schritt für Schritt umsetzen zu können. Dazu zählte, dass zunächst alle Monographien und Schriftenreihen grob chronologisch und thematisch, die Zeitschriften geographisch zugeordnet wurden, um einen ersten Überblick über die thematischen sowie zeitlichen Schwerpunkte des Bestandes zu erhalten. Währenddessen wurde darüber diskutiert wie und in welchem Umfang die Regensburger Verbundklassifikation in Form von internen Hausregeln angewandt werden sollte und wie die Umstellung vonstattengehen könnte.

Für alle, die nichts mit dem Begriff "Regensburger Verbundklassifikation anfangen können: Dabei handelt es sich um eine Aufstellungssystematik, die in dern 1960er-Jahren zur sachlichen und inhaltlichen Erschließung von Beständen in wissenschaftlichen Bibliotheken an der Regensburger Universitätsbibliothek ausgearbeitet wurde.

Nachdem wir uns darauf geeinigt hatten, nach welchen Regeln die neuen Signaturen für die jeweiligen Medien gebildet werden sollten, ging die Arbeit erst so richtig los. Mit Hilfe von wissenschaftlichen und studentischen Volontär:innen sowie Mitarbeiter:innen der Bibliothek wurde jedes einzelne Buch und jede Zeitschrift aus dem Regal gezogen und mit einer neuen Signatur versehen. Bei ca. 50.000 Büchern/Bänden hat sich diese Phase ganz schön lange hingezogen und knapp 2 Jahre gedauert. Zwischenzeitlich kamen immer mal wieder Fragen auf, die dazu führten, dass wir die Hausregeln ändern und anpassen mussten.

Im Juni 2020 war es dann zum ersten Mal soweit: Endlich wurden die ersten Kisten gepackt. Da die Zeitschriften schneller und leichter bearbeitet werden konnten, entschieden wir uns diese mit Unterstützung einer auf Bibliotheksumzüge spezialisierten Fachfirma nach dem neuen System auf die Empore zu räumen. Dafür musste zunächst der gesamte Zeitschriftenbestand in Kisten gepackt und zwischengelagert werden, um unten in den Regalen Platz für die auf der Empore befindlichen Bücher zu schaffen. Im Anschluss konnten die Zeitschriften ihren neuen Standort unterm Dach des Speichers 7 beziehen.
Nun sind die Zeitschriften in einer geographischen Reihenfolge aufgestellt, die sich in vier größere Abschnitte unterteilen: Deutschland allgemein und übergreifend, nach Bundesländern getrennt, International allgemein sowie nach Ländern.

  • Blick über das Förderband mit der neuen Aufstellung der Zeitschriften auf der Empore (Foto: LWL/K. Moritz).

Weiter geht's...

Ende November/Anfang Dezember 2020 kamen dann die Schriften und Monographien an die Reihe. Um den Umstellungsablauf für die Fachfirma so einfach wie möglich zu gestalten, wurde eine Exceltabelle erstellt, die sowohl die alten als auch neuen Signaturen enthielt, um das Zusammensuchen und Etikettieren der Medien zu erleichtern. Ein Übersichtsplan der unteren Ebene der Bibliothek diente dazu, den Mitarbeiter:innen der Fachfirma aufzuzeigen, in welcher Reihenfolge die frisch etikettierten Bücher in die Regale kommen sollen.

Und von vorn: Innerhalb von drei Wochen wurde wieder jedes einzelne Buch aus seinem jeweiligen Regal gezogen, von zwei Mitarbeiter:innen neu etikettiert und nach der neuen Systematisierung am korrekten Standort wieder aufgestellt. Zweitweise sah es ganz schön chaotisch in der Bibliothek aus und man sah den Wald vor lautern Büchern nicht, aber der ganze Aufwand hat sich definitiv gelohnt.

 

  • Ein halbwegs sortiertes Chaos herrschte während der Schließung Ende 2020 in der Bibliothek ja schon
    (Foto: LWL/N. Wolpert).

  • Zwei Mitarbeiterinnen der Fachfirma beim Umsignieren der Bücher (Foto: LWL/K. Moritz).

Abschluss der gesamten Aktion...

Die neue Aufstellung ist nun nach chronologischen Epochen wie Steinzeit, Bronze- und Eisenzeit, Römische Kaiserzeit sowie Mittelalter und Neuzeit, aber auch nach geographischen und inhaltlichen Schwerpunkten wie zum Beispiel Museumswesen, klassische Archäologie, Kunstgeschichte sowie Landes- und Stadtgeschichte sortiert.
Die Regal- und Frontseitenbeschriftungen helfen den Nutzer:innen sich thematisch und zeitlich zu orientieren, wobei das Bibliotheksteam bei Fragen natürlich wie eh und je zur Seite steht.

Was hat's gebracht?
Die Suche am Regal ist jetzt um einiges leichter. Ähnlich wie in einer Buchhandlung kann man nun weiter am Regal stöbern, um noch weitere Bücher zum gesuchten Thema zu finden. Zusammen mit der Buchrecherche im Online-Katalog (opac) ist der Bestand der Bibliothek jetzt optimal erschlossen.

  • Neuer (alter) Anblick der unteren Ebene der Bibliothek mit neuer Aufstellung der Monographien und Schriftenreihen
    (Foto: LWL/K. Moritz).

  • Die neue unter anderem thematische Aufstellung ermöglicht das Stöbern am Regal (Foto: LWL/K. Moritz).

  • Die Frontseitenbeschriftung an den Regalen hilf sich einen Überblick zu verschaffen (Foto: LWL/K. Moritz).

Fazit und Zukunftsgedanke

Auch wenn allen Beteiligten die Umstrukturierung des Bestandes Zeit und den ein oder anderen Nerv gekostet hat, sind wir dennoch stolz darauf, sie in relativ kurzer Zeit umgesetzt zu haben. Jede:r ist herzlich eingeladen uns zu besuchen und sich ein eigenes Bild der neuen Aufstellung zu machen.
In naher Zukunft werden dann auch nach und nach unsere jeweiligen Bestände in den Außenstellen umstrukturiert und die Bücher neu aufgestellt. So bleibt alles schön einheitlich.
 

Autorin: K. M. Moritz

Weiterführende Infos

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