19.11.2015

Der Ursprung von Salzkotten-Scharmede

Gürtelbestandteile, 5. Jahrhundert

Neue Funde von Viktor Langolf beweisen eine Vorbesiedlung und einen früheren Ursprung Scharmedes als bisher angenommen.

Zunächst weisen zwei bronzene Gürtelbeschläge der späten Römischen Kaiserzeit auf die Anwesenheit von Menschen etwa zwischen 430 und 470 nach Christus hin. Möglicherweise deuten die beiden Funde auf eine ehemalige Hofstelle hin. Es bleibt aber noch abzuwarten ob weitere Belege für diese Zeit hinzukommen.

Kreuzfibel mit Verzierung im Tierstil des späten 8. Jahrhunderts

Eine kontinuierliche Besiedlung des Dorfes bis zur ersten schriftlichen Erwähnung Scharmedes im Jahr 1015 lässt sich anhand der Neufunde für das späte 8. Jahrhundert nachweisen. Zunächst ist eine Kreuzfibel zu nennen, die anhand ihrer Verzierung im Tassilokelchstil noch ins letzte Drittel des 8. Jahrhunderts gehört. In dieselbe Zeit datiert das Bruchstück eines ursprünglich quadratischen Schwertgurtbeschlages mit einer Kerbschnittverzierung. Eine weitere Kreuzfibel besitzt rote und blaue Glaseinlagen. Sie stammt aus der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts.

Kreuzfibel mit Glaseinlagen, 1. Hälfte des 9. Jahrhunderts

Eine komplette und die Bruchstücke zweier weiterer Kreuzemailscheibenfibeln aus Buntmetall, datierend aus der Zeit zwischen etwa 850 und 950, belegen eine kontinuierliche Besiedlung über die Karolingerzeit hinaus.

Bereits dem 11. Jahrhundert gehört eine Kreuzemailscheibenfibel aus Buntmetall mit erhabenem Kreuz und grünem Grubenemail in den dreieckigen Zwischenfeldern an. Aus dem 10./11. Jahrhundert stammt ein Kruzifix aus Blei. Vom stilisierten Jesuskörper sind noch der Kopf als kugelförmige Erhebung und die Arme in Form von Erhebungen auf den Kreuzarmen zu erkennen.

Funde des 9. bis 11. Jahrhunderts

Die neuen Funde zeigen, dass Scharmede deutlich älter als die erste überlieferte Nachricht für das Jahr 1015 ist. Das Dorf ist damit eine typische Gründung im Zuge des fränkischen Landesausbaus bald nach 776.

Text: Sven Spiong

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Kategorien: Außenstelle Bielefeld · Neufunde

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