07.08.2020

Die Holsterburg lädt ab sofort zum Flanieren ein

Luftbild - Blick auf die Holsterburg bei Warburg. (LWL-AfWL/R. Klostermann)

Nach 7 Jahren Ausgrabung: Übergabe der Anlage an die Öffentlichkeit

Im Laufe der letzten Jahre ist die Holsterburg bei Warburg immer wieder im wissenschaftlichen Zusammenhang thematisiert worden. Nach der Entdeckung des ungewöhnlichen oktogonalen Grundrisses im Zuge der Landesaufnahme des Jahres 2010 führte die Mittelalter- und Neuzeitarchäologie der LWL-Archäologie für Westfalen im Zeitraum hier von 2010 bis 2017 umfangreiche Ausgrabungsarbeiten durch. Diese machten die Holsterburg zur ersten vollständig ergrabenen und archäologisch datierten Anlage ihrer Art und somit zu einem elementaren und wichtigen Bestandteil der gesamteuropäischen Burgenforschung.

Die Holsterburg aus luftiger Höhe. (LWL-AfWL/R. Klostermann)

Beschluss zur Erhaltung und Sichtbarmachung

Diesen in erster Linie forschungsrelevanten Aspekten, aber vor allem dem stetigen und wachsenden Interesse der Öffentlichkeit am Fortgang der Ausgrabungen und des Objektes, der Einbindung der Burg in den ohnehin herausragenden historischen Baubestand Warburgs und dem damit verbundenen Tourismus, aber vor allem ihrer Bedeutung als Identifikationsobjekt für die lokale wie regionale Bevölkerung, trug der Rat der Hansestadt Warburg am 8. Mai 2018 mit dem einstimmigen Beschluss zur Erhaltung und Sichtbarmachung der Anlage Rechnung. Die Burg wird damit kommenden Generationen von Laien und Wissenschaftlern als Anschauungsobjekt mittelalterlicher Baukunst weiterhin zur Verfügung stehen.

Aussichtplattform lädt Besucher zum genaueren Hinschauen ein. (LWL-AfWL/K.Wegener)

Festakt

Am 04. August 2020 fand nun im Rahmen eines kleinen Festaktes die Freigabe der Holsterburg für die Öffentlichkeit statt. Dabei hoben der Bürgermeister der Hansestadt Warburg, Michael Stickeln, sowie die Vertreter der LWL-Archäologie für Westfalen, Prof. Dr. Michael Rind (Direktor) und Kim Wegener (Grabungsleiter), in kurzen Ansprachen nochmals die Bedeutung der Anlage hervor und lobten die hervorragende Umsetzung der mit der „Erlebbarmachung“ verbundenen Arbeiten, die auch weiterhin einen nahezu unverfälschten Blick in das Mittelalter erlauben. Die nun in einen wundervoll angelegten umlaufenden Weg mit zahlreichen Infotafeln und Verweilmöglichkeiten eingebundene Anlage lässt zukünftig auch vielfältige Blicke aus unterschiedlichen (persönlichen, wissenschaftlichen wie auch rein standortbedingten) Perspektiven auf das Objekt zu. Zwei Aussichtsplattformen bieten zudem einen allumfassenden Einblick in den Innenbereich der 1294 zerstörten Burganlage.

Impression der Holsterburg, aufgeommen mit der Drohne. (LWL-AfWL/R. Klostermann)

Drohnenflug

Im Rahmen des Festaktes beflog Rudolf Klostermann (LWL-AfW) das Gelände mit einer Drohne und fing dabei ein paar wundervolle Impressionen ein, die hoffentlich einen zusätzlichen „Appetizer“ für einen baldigen Besuch der Holsterburg darstellen.

Autor: Kim Wegener

Kategorien: Mittelalter- und Neuzeitarchäologie · Projekte · Hinter den Kulissen · Veranstaltungen

Schlagwort: