Ein seltener Anblick bot sich dem Grabungstechniker Thomas Pogarell, als er im September zum wiederholten Mal eine Baustelle für ein Regenrückhaltebecken im Bereich der Straße „Am Eusternbach“ in Wiedenbrück kontrollierte. Bei der Beseitigung der vorhandenen asphaltierten Fahrstraße konnte in einer Tiefe von 0,8 m ein 2,20 m breiter Graben in einer Länge von 45 m aufgedeckt werden. Dahinter verbirgt sich ein Teil der Wiedenbrücker Stadtlandwehr, die fast schon vergessen war.
Die ehemalige Breite des Grabens lässt sich bezogen auf das ehemalige Geländeniveau mit ungefähr 4 m angeben, seine Tiefe mit etwa 1,7 m. Dass es sich um einen von Menschenhand angelegten Graben gehandelt hat, dafür gibt es eindeutige Hinweise: Er ist mit sandig-humosem Material verfüllt und führte niemals Wasser. Dadurch unterscheidet er sich von dem Eusternbach, der in einem Abstand von 3 m parallel zu dem künstlichen Graben verläuft und ein tiefer liegendes Bachbett besitzt.