Ein Märchenschloss erwacht

21.02.2019 Carolin Steimer

Der ursprüngliche Zustand des Schlosses soll durch die Sanierung wieder gezeigt werden.

Das kleine Wasserschloss Schweckhausen liegt bei Willebadessen-Peckelsheim. Es wurde als Wasserburg auf der ehemaligen Klosteranlage der Benediktiner aus dem Jahr 1149 errichtet.

Ab dem 14. Jahrhundert war es im Besitz der Familie von Spiegel vom Desenberg und wurde als Wasserschlossanlage im 16 Jahrhundert von Johann von Spiegel zu Peckelsheim erbaut. Aus- und Umbauphasen erlebte das Schloss im 17/18. Jahrhundert. 1845 kaufte die Familie von Croy aus Dülmen das Schloss mit Gutsanlage. Es war für Schweckhausen Dorfmittelpunkt und größter Arbeitgeber.

An der Ostseite des Wohngebäudes führt ein terrassenartiger Steg über die Gräfte in den verwunschenen Schlossgarten.

Im Laufe der Jahre hat der Zahn der Zeit an der Schlossanlage tiefe Spuren hinterlassen, die jetzt eine Sanierung unumgänglich machen.
Die jetzigen Besitzer Stefan M. Rokuss und seine Ehefrau Prof. Dr. Yu Ho-fang möchten die Gebäude als Seminar- und Kultureinrichtung erlebbar machen und haben Anfang Februar mit den ersten Instandsetzungsarbeiten begonnen.

Die Gräfte um das Hauptgebäude herum ist mangels Zu- und Ablauf verlandet und wird unter archäologischer Begleitung durch die Grabungsfirma Archäologie.de aus Brühl unter der Fachaufsicht der LWL-Archäologie mit einem Bagger ausgenommen. Hierbei entgehen den Augen des Archäologen Sascha Scherm keine Funde. Viel Porzellan des täglichen Gebrauchs sowie Metallschüsseln, ein Kinderfahrrad oder ein Militärhelm kamen zu Tage. Des Weiteren sind Hölzer und Lederreste dank des feuchten Gräftenklimas  gut erhalten.

  • Mächtige Humusschichten werden aus dem Wassergraben herausgeholt.

  • Archäologe Sascha Scherm begutachtet die gereinigten Porzellan- und Steingutscherben.

  • Die Metallfunde geben einen Einblick in das tägliche Leben in Friedens- und Kriegszeiten im Schloss.

Im Erdreich war die Umfassungsmauer gut geschützt.

Im trockengelegten Schlossgraben kommt die ehemalige Umfassungsmauer, die bis jetzt im Erdreich versteckt war, an einigen Stellen zum Vorschein. Auch sie soll später saniert und sichtbar gemacht   werden. Ebenso  der ehemalige Zu- und Ablauf der Gräfte.

Spannend bleibt noch die Klärung der Zugangssituation auf den Schlosshof. Falls  Reste der Pflasterung oder Wangenmauern freigelegt werden können, soll die ehemalige Brücke des Schlosses wieder erbaut werden.

  • Der Übergang zum Schlosshof ist im jetzigen Zustand eine Erdbrücke.

  • Der Bagger der Baufirma Hake aus Beverungen arbeitet sich mit seinem überdimensionalen Baggerarm vorsichtig an das historische Mauerwerk heran.

Im Moment müssen die Arbeiten an der Gräfte erstmal ruhen, da für große Arbeitsgeräte der Untergrund noch zu nass ist.

Text: Maria Hahne