04.05.2020

Ein Urnengräberfeld der vorrömischen Eisenzeit in Petershagen-Frille

Die Freilegung der Urne, Foto: LWL/S. Spiong

Eigentlich ist es eine unscheinbare Fläche. Archäologisches ist weder aus Frille noch aus der unmittelbaren Umgebung bekannt. Der Boden ist sandig und nicht besonders fruchtbar.

Dazu liegt das Gelände mehrere Hundert Meter östlich des nächsten Gewässers der Aue. Alles Voraussetzungen, die Menschen in früherer Zeit nicht bewogen haben dürfte, dorthin zu gehen. Aber genau das haben sie getan.

Im Rahmen der archäologischen Überprüfungen dieses Baugebietes wurden im Vorfeld mehrere Prospektionsschnitte angelegt. Zutage kam ein kleiner Bestattungsplatz mit einem Urnengrab und mehreren Brandschüttungsgräbern aus der Zeit kurz nach der Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr., so die erste vorsichtige Einschätzung. Überraschenderweise ist das Gefäß noch vollständig und nicht durch die landwirtschaftliche Beackerung des Bodens in den vergangenen Jahrhunderten zerstört worden.

Die Urne, bevor sie zur Bergung eingepackt und eingegipst wird. Foto: LWL/S. Spiong

Das Gräberfeld lag abseits eines für diese Zeit üblichen Einzelgehöftes. Dieses dürfte in Gewässernähe auf der Ostseite der Aue unter dem heutigen Ort Frille zu suchen sein. Vielleicht findet sich bei Bau- und Bodenarbeiten das Gehöft. Die LWL-Archäologie für Westfalen würde sich freuen, wenn ihr aufmerksame Bewohner von Frille vorgeschichtliche Bodenfunde melden würden. Der Ort Frille kann auf eine lange Siedlungsgeschichte zurückblicken.

Text: Hans-Otto Pollmann

Kategorie: Außenstelle Bielefeld

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