07.05.2018

Fachtagung „Müsener Berggeschrey“

Archäologisches Experiment zur keltischen Eisenproduktion im Siegerland durch die Forschungskooperation der LWL-Archäologie für Westfalen, dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum und dem LWL-Freilichtmuseum Hagen (Foto: Altertumskommission für Westfalen/Leo Klinke).

Neue Erkenntnisse zur Montanarchäologie im Müsener Revier und Südwestfalen 2015–2018

Der Verein Altenberg & Stahlberg e.V. Müsen lädt am 26.05.2018 zum zweiten Mal nach Hilchenbach-Müsen ein, um die neuesten Arbeiten und Forschungsergebnisse der seit 2013 laufenden Kooperation zwischen dem Verein und der LWL-Archäologie für Westfalen sowie dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum zur Erforschung des mittelalterlichen Berg- und Hüttenwesens im Müsener Raum vorzustellen.

Die Ergebnisse werden den Teilnehmern/-innen am Vormittag in einem Vortragsblock präsentiert. Nach dem gemeinsamen Mittagessen findet zudem eine Exkursion statt. Rolf Golze (Altenberg & Stahlberg e.V. Müsen) wird die Veranstaltung moderieren und die nachmittägliche Exkursion leiten.

Die Vorträge werden von Dr. Jennifer Garner (Deutsches Bergbau-Museum Bochum) mit einem Vortrag zu einem aufwändigen archäologischen Experiment eingeleitet, das seit 2017 in einem Nachbau eines eisenzeitlichen Rennofens die keltische Eisenverhüttung im Siegerland erforscht. Dr. Manuel Zeiler (LWL-Archäologie für Westfalen) wird danach einen Überblick über den Forschungsstand zur Montanarchäologie des Mittelalters in Südwestfalen bieten und auch die jüngsten Forschungsergebnisse der Kooperation im nördlichen Siegerland vorstellen. Steffen Löcherbach (HS 3D-Laserscanning GmbH) berichtet anschließend über die größte untertägige Laserscanvermessung Westfalens in der Grube Brüche und die dadurch realisierte erstmalige umfassende Dokumentation eines bedeutenden Montandenkmals der frühen Industrialisierung. Dipl.-Inform. Marc Steven Krämer (Universität Siegen, Institut für Echtzeit-Lernsysteme) wird die erste drohnengestützte Laserscandokumentation eines Siegerländer Montanareals vorstellen: die Müsener Klippen, die schon in der Eisenzeit erschlossen wurden.

Während der Kaffeepause erfolgt die Vorstellung der neuesten Publikation über die Bergbausiedlung Altenberg, die jüngst von der Altertumskommission für Westfalen in einer neuen Schriftenreihe verwirklicht wurde. In dieser populär gehaltenen Broschüre wird der aktuelle Forschungsstand zum Altenberg bei Müsen von Jennifer Garner, Rolf Golze und Manuel Zeiler den Lesern näher gebracht.

Blick in die Schachthalle der Grube Brüche mit Dampfmaschinenfundament im Vordergrund und Fördergerüst im Hintergrund (Foto: Altenberg & Stahlberg e.V. Müsen/Rolf Golze).

Im Anschluss begeben sich die Teilnehmenden der Exkursion nach einer kurzen Einführung von Rolf Golze vom Bürgerhaus aus zu Fuß auf eine montanarchäologische bzw. montanhistorische Spurensuche im Revier. Gemeinsam wird das ehemalige Gruben- und Hüttengelände zwischen Bürgerhaus und Altenberg erkundet. Ziel der Exkursion sind die heute noch bestehenden Relikte der frühen Wasserkraftnutzung und das mittelalterliche Hüttengelände am Altenberg sowie die bedeutende ehemalige Bergbausiedlung auf der Passhöhe zwischen Müsen und Littfeld.

Als Unkostenbeitrag werden pro Teilnehmer/-in 20 € erhoben. Darin enthalten sind die Kaffeepause, das Mittagessen und die neue Publikation über die Bergbausiedlung Altenberg. Interessierte könne sich hier anmelden: http://www.stahlbergmuseum.de/altbergbautagung-2018/

Die Tagung findet am 26.05.2018 im Bürgerhaus Müsen statt (Adresse: Merklinghäuser Weg 3, 57271 Hilchenbach). Das Programm beginnt um 9:30 Uhr und endet gegen 17:00 Uhr.

Glück auf!

Rekonstruktionszeichnung der hochmittelalterlichen Bergbausiedlung am Altenberg bei Müsen (Grafik: LWL-Archäologie für Westfalen/Andreas Müller).

Kategorien: Außenstelle Olpe · Veranstaltungen

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