Hallo! Ich heiße Hannah und mache seit einem halben Jahr ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege

14.03.2016 Carolin Steimer

Mit dem FJD in die Presse (Foto: H. Menne)

Es war schon immer mein Traum Archäologin zu werden. Eigentlich wollte ich nach dem Abitur letzten Jahres sofort anfangen zu studieren, doch zum Glück hat mir eine Verwandte von dem Freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege (FJD) erzählt. Ich war sofort von der Idee begeistert, ein Jahr lang in meinen Traumberuf reinzuschnuppern und erste Erfahrungen zu sammeln. Außerdem kann ich so überprüfen, ob meine Vorstellungen von diesem Beruf mit der Realität übereinstimmen. Nun arbeite ich seit September in der LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Olpe.

Auf der Mittelaltergrabung in Welver: Der Rinderunterkiefer war ja nun nicht zu übersehen (Foto: E. Cichy)

Wenn man drei Wochen lang fast jeden Tag prospektiert oder Scherben sortiert, muss man geduldig sein, um sorgfältig zu arbeiten. Es könnte jederzeit ein wichtiger Fund auftauchen und dann muss man ihn auch erkennen. Auch auf der Grabung im Oktober in Welver stelle ich wieder fest, Geduld ist eine wichtige Tugend von Archäologen. Doch bei der Ausgrabung merke ich auch, dass ich mittlerweile, nach gerade mal einem Monat, Funde erkenne. Am Anfang hätte ein Fund direkt vor meiner Nase liegen können, und ich hätte ihn nicht erkannt, aber bei der Ausgrabung muss ich immer seltener einen der erfahreneren Anwesenden um eine Beurteilung ersuchen.

 

Teamwork ist in der Archäologie ganz wichtig (Foto: E. Cichy)

Aber ich lerne nicht nur Tätigkeiten im Bereich der Archäologie. Bei den Seminaren, die zu dem FJD gehören, werden auch andere handwerkliche Fähigkeiten vermittelt, wie zum Beispiel das Anfertigen von Intarsien oder das Ausführen von Steinmetzarbeiten. Und im April helfen alle Teilnehmer der Jugendbauhütte Soest (die das FJD organisiert), bei der Restauration eines alten Schlosses mit.

Außerdem habe ich durch meinen Umzug nach Olpe gelernt, den Alltag alleine zu meistern. Zeitplanung, Geldmanagement und Haushaltsführung (mit all den schrecklichen Sachen, die dazugehören: einkaufen, kochen, putzen ...) sind nur die offensichtlichen Alltagsprobleme. Aber auch in einer fremden Stadt Menschen kennen zu lernen und ein neues Hobby zu finden gehörten dazu.

 

In den letzten Wochen habe ich mich viel mit den Keramikfunden der kaiserzeitlichen Siedlung Kamen-Westick beschäftigt (Foto: H. Menne)

Mittlerweile weiß ich, dass Archäologin für mich persönlich nicht der perfekte Beruf ist. Trotzdem ist das FJD keine vertane Zeit. Ich habe viel gelernt, was ich im weiteren Leben gut gebrauchen kann und ich habe kein Studium angefangen, das mich nicht glücklich gemacht hätte. Ich habe erkannt, dass ein reines Theorie-Studium nicht das Richtige für mich ist. Daher möchte ich nach dem FJD ein Duales Studium beginnen.

Der Archäologie bleibe ich trotzdem noch verbunden. Ich werde mich in meiner Freizeit weiterhin auf dem Laufenden halten.

Hannah Loh, Wuppertal (derzeit Olpe)

Presseartikel Hannah Loh

Siegener Zeitung 26. Februar 2016

siegener-zeitung_26-2-2016_fjd.pdf

Internetauftritt der Jugenbauhütte Soest