Die digitale Kartierung und spätere wissenschaftliche Auswertung des gewaschenen Fundmaterials lassen erste Aussagen über Art, Ausdehnung und Zeitstellung möglicher Siedlungsbefunde zu. Dabei ist die Geländebegehung zwar die klassische und einfachste Art der Prospektion (von lat. prospecto, von Fern, in die Ferne schauen, [hin]ausschauen), aber sehr effektiv. Dies umso mehr in Anbetracht von täglich neu eintreffenden Bebauungsplänen, die durch die LWL-Archäologie für Westfalen als „Träger öffentlicher Belange“ begleitet werden müssen. Weitere Informationen können die Auswertung historischer Karten, Luftbilder und Laserscans sowie geophysikalische Messmethoden (z. B. Geomagnetik) liefern. Auf dieser Grundlage wird dann das weitere Vorgehen vor der Bebauung eines Geländes diskutiert. Manche Flächen müssen durch Baggerschnitte weiter untersucht werden, wenn an dem Ort Bodendenkmäler zu vermuten sind, die vor ihrer Zerstörung durch Grabungen gerettet werden müssen. Manche Flächen sind archäologisch irrelevant.
Durch die Olper Oberflächenprospektionen der letzten Jahre sind einige neue, bis dahin unbekannte Bodendenkmäler erkannt und so vor ihrer undokumentierten Zerstörung bewahrt worden; ein lohnendes Ziel für die Mühen!
Thomas Poggel M.A.; Grabungstechniker zur Ausbildung